Über mich –
Mit einem Hammer und Kupferdraht fing alles an…

In den frühen 1970er Jahren reisten meine Eltern mit mir zum ersten Mal in den Urlaub nach Jugoslawien – dem Land, das wir heute als Kroatien kennen.

Jeden Tag setzten wir mit einem kleinen Boot zu einer benachbarten Badeinsel über. Dort, am Felsenstrand, begegnete ich einem jungen Studenten, der aus Kupfer kunstvollen Schmuck fertigte. Mit ruhiger Hand bog er filigrane Spiralen, hämmerte Muster in das Metall und formte daraus Ringe, Armspangen, Ohrringe – jedes Stück ein Unikat.

Ich saß stundenlang neben ihm, fasziniert von der Geduld, der Präzision, der Kreativität. Sein Name war Jens – und ohne dass er es wusste, weckte er in mir etwas, das mich bis heute begleitet: die Leidenschaft für handgefertigten Schmuck.

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Der Funke springt über

Natürlich wollte ich eines seiner Schmuckstücke besitzen. Ich nörgelte so lange, bis meine Eltern schließlich nachgaben – und ich einen Ring und eine Armspange bekam. Beide Stücke existieren noch heute. Nicht, weil sie besonders wertvoll wären, sondern weil sie mich an den Anfang meiner Leidenschaft erinnern.

Die Jahre vergingen, und ich bastelte, tüftelte und gestaltete mit Begeisterung. Schließlich entschied ich mich für eine Ausbildung zur Goldschmiedin – ein Schritt, der sich ganz natürlich anfühlte.

Doch das Leben hatte erst einmal andere Pläne: Frühe Heirat, Familiengründung, drei Kinder. In dieser intensiven Zeit lebte ich ganz in meiner Rolle als Mutter auf. Für eine eigene Werkstatt – und für meine Schmuckleidenschaft – fehlten Zeit, Raum und oft auch die nötige Ruhe. Und so rückte das Schmieden für eine Weile in den Hintergrund.

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Der kreative Weg zurück zum Schmuck

Im Laufe der Jahre probierte ich vieles aus: Stricken, Nähen, Seidenmalerei, Töpfern – und schließlich sogar die Herstellung von Lampwork-Beads. Doch immer wieder zog es mich zurück zur Schmuckgestaltung – meiner ursprünglichen Leidenschaft.

Vier Jahre lang war ich als Kursleiterin für Trauringkurse tätig. In dieser Zeit durfte ich zahlreiche Paare dabei begleiten, ihre eigenen Eheringe zu gestalten und zu schmieden – ein kreativer und zugleich emotionaler Prozess, der jedes Mal einzigartig war. Es war eine erfüllende Aufgabe, die ich mit großer Freude und viel Feingefühl ausgeübt habe.

Im Rahmen dieser Arbeit hatte ich die Möglichkeit, mich intensiv mit dem Werkstoff Platin auseinanderzusetzen – ein faszinierendes Edelmetall, das mich bis heute begeistert. Seine Widerstandsfähigkeit, seine Dichte und sein sanfter Glanz machen das Arbeiten damit zu etwas ganz Besonderem.

Außerdem konnte ich erste Erfahrungen mit Mokume Gane sammeln – einer alten japanischen Schmiedetechnik, bei der verschiedene Metalle zu einzigartigen Musterungen verschmolzen werden. Diese besondere Technik eröffnete mir eine völlig neue, künstlerische Dimension in der Schmuckgestaltung.

Doch mit der Zeit wuchs der Wunsch, selbst wieder mehr zu gestalten. Ich wollte nicht länger nur anderen dabei helfen, Schmuck herzustellen – ich wollte meine eigenen Ideen umsetzen, meine eigenen Stücke kreieren.

Als das letzte unserer Kinder schließlich flügge wurde, öffneten sich neue Freiräume. Zeit, Ruhe und Platz – endlich war der Moment gekommen, meine Leidenschaft wieder voll und ganz aufleben zu lassen.

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